Boris Blacher (1903-1975)
Der in China als Sohn deutsch-baltischer Eltern geborene Komponist ging mit 19
Jahren nach Berlin, um zunächst Architektur und Mathematik zu studieren.
Er wandte sich bald der Musik zu, arrangierte Popular-und Filmmusiken, übernahm
1938 die Kompositionsklasse des Dresdner Konservatoriums und 1953-1970 die Direktion
der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Berlin. Blacher
wurde als kühler ironisch-distanzierter Antiromantiker apostrophiert. Vor
dem Hintergrund des Neoklassizismus interessierten ihn vor allem die rhythmischen
Parameter der Musik, der Aufbau metrischer Reihen (variable Metren/Violinsonate
op.40),die sich das sparsame Tonmaterial unter mathematischen Gesichtspunkten
unterwarfen.
In Blachers Liedschaffen zeigt sich eine eigentümliche Verschränkung
von Ausdrucksbedürfnis und Objektivität: die deklamatorische Ausdeutung
des Textes wird in eigengesetzliche musikalische Strukturen integriert.Zusätzlich
zu den Liedern sind auf der CD noch die Solosonate für Violine und ein nachgelassenes
Streichquartettfragment, Blachers letzte Komposition, zu hören.
Werke dieser CD und ihre Interpreten
Vier Lieder op. 25 (1947) Stella
Doufexis Axel Bauni
Drei Psalmen (1943) Yaron
Windmüller Axel Bauni
Sonate für Violine solo
op. 40 (1951) Kolja Blacher
Aprèslude op. 57 (1958)
Stella Doufexis Axel Bauni
Fünf Sprüche Omars des Zeltmachers op. 3 (1931)
Yaron Windmüller Axel Bauni
Francesca da Rimini (1954) Stella
Doufexis Kolja Blacher
Ungereimtes (1967) Stella
Doufexis Yaron Windmüller Axel Bauni
Thirteen Ways of Looking at a Blackbird (1957)
Christopher Lincoln Petersen Quartett
Nebel (1951) Stella
Doufexis Axel Bauni
Fragment für Streichquartett (1975)
Petersen Quartett
Biographien der Künstler
in Frankfurt am Main geboren, studierte an der Berliner Hochschule der Künste bei Prof. Ingrid Figur. Sie absolvierte darüber hinaus Meisterklassen bei Aribert Reimann und Dietrich Fischer-Dieskau und setzt heute ihre Studien bei Anna Reynolds fort. Die Sängerin ist regelmässig Gast auf den renommierten Opernbühnen und Konzertpodien Europas. In Großbritannien gab sie ihr Debüt in der Wigmore Hall im Rahmen der von Graham Johnson ins Leben gerufenen Liederabendreihe „International Songmakers“. Mit Graham Johnson nahm sie Schumann-Lieder für das Label Hyperion auf. Sie gibt Liederabende in allen wichtigen Musikzentren Europas und widmet sich neben dem barocken und klassischen Opern- und Konzertrepertoire auch Projekten zeitgenössischer Musik. In der edition zeitgenössisches lied ist sie mit Liedern von Blacher, Dessau, Fortner und Webern zu hören.
Der australische Tenor studierte am Victoria College von Melbourne und folgte nach etlichen Auftritten an den Opernhäusern seines Heimatlands und am Theater von Neuseeland 1990 einem Engagement an die Kölner Oper. 1992 gab er die feste Bindung auf, um an wichtigen Opernhäusern Europas und in Übersee gastieren zu können. Neben seinem Fachrepertoire widmet sich der Sänger vor allem der zeitgenössischen Musik. So trat er bei der Expo 2000 in einer Uraufführung und einem Liederabend auf und verkörperte Rollen in Opern von Adriana Hölsky und Aribert Reimann.
Der vielseitige Sänger ist gleichermaßen im Opern- und Konzertbereich erfolgreich und repräsentiert die neue Generation von Liedsängern, begleitet von renommierten Pianisten wie Christoph Eschenbach, Robert Levin und Axel Bauni. Ein besonderes Verdienst kommt ihm für die Interpretation zeitgenössischer Musik zu. Enge Zusammenarbeit verbindet den Künstler mit Komponisten wir Reimann, Hosokawa, Bialas, Franke, Rihm, von Bose u.a., die ihm immer wieder die Uraufführung neuer Werke anvertrauen. Im Rahmen des Kultur- und Veranstaltungsprogramm im Deutschen Pavillon der EXPO 2000 in Hannover zeichnete er zusammen mit Axel Bauni für die Konzeption der Projektwoche "Lied:Strahl" verantwortlich. Yaron Windmüller ist Professor an der Hochschule des Saarlandes für Musik und Theater und Künstlerischer Leiter des Opernstudios der New Israeli Opera in Tel Aviv. In der edition zeitgenössisches lied ist er mit Liedern von Blacher und Rihm zu hören.
wurde in Berlin geboren und ist einer der vielseitigsten Geiger seiner Generation. Er studierte an der Juiliard School of Music in New York und bei Sándor Végh in Salzburg. Seine Karriere führte ihn durch die europäischen Musikmetropolen und auf die Konzertpodien Japans, Koreas, Südamerikas, Israels, Rußland und der USA. Er konzertierte mit den führenden Orchestern der Welt, übernahm 1993 die Konzertmeister-Position der Berliner Philharmoniker und erhielt 1999 eine Professur für Violine an der Hamburger Musikhochschule.
Gegründet 1979 an der Berliner Musikhochschule "Hanns Eisler" und gefördert von Mentoren wie dem Amadeus Quartett, Sándor Végh und Thomas Brandis, gewann das Quartett Preise bei renommierten Wettbewerben in Frankreich, Italien und Deutschland (ARD-Wettbewerb). Seitdem ist das Petersen Quartett ständiger Gast in den europäischen Musikzentren, auf bedeutenden Festivals und gastiert in den USA, Kanada, Südamerika, Fernost und Australien. Ihre CD-Einspielungen wurden mehrfach ausgezeichnet. Werke des 20. Jahrhunderts komplettieren als wichtiger Bestandteil das Repertoire des Quartetts.
geboren in Ludwigshafen am Rhein, studierte an der Musikhochschule Mannheim/Heidelberg und an der Hochschule der Künste Berlin. Der Besuch der Liedinterpretationskurse bei Dietrich Fischer-Dieskau und Aribert Reimann legte den Grundstein zukünftiger Zusammenarbeit. Axel Baunis spezielles Interesse gilt dem Lied des 20. Jahrhunderts; er hat zahlreiche Liedzyklen und Klavierwerke uraufgeführt. Gemeinsam mit Aribert Reimann gibt er die "edition zeitgenössisches lied" bei ORFEO heraus. Heute leitet er als Professor an der Universität der Künste Berlin eine eigene Liedklasse.