Paul Dessau (1894-1979)
Der in Hamburg geborene Sohn einer jüdischen Familie begann seine musikalische Laufbahn als Korrepetitor und Kapellmeister an verschiedenen deutschen Theatern, die ihn bis an die Städtische Oper Berlin unter Bruno Walter führte. Seine kritische gesellschaftspolitische Haltung (er kehrte aus dem ersten Weltkrieg als entschiedener Antimilitarist heim) zwang ihn 1933 zur Flucht nach Paris und weiter 1939 in die Emigration in die USA. Dort begegnete er Bertolt Brecht, mit dem ihn eine lange künstlerische Freundschaft verband. 1948 kehrte er nach Ost-Berlin zurück, wo er neben Hanns Eisler zum wichtigsten musikalischen Repräsentanten der DDR wurde. Sein Werk umfasst so gut wie alle Gattungen, von Instrumentalmusik, Oper bis zum Massenlied. Kunstlieder schrieb er über den gesamten Zeitraum seiner kompositorischen Tätigkeit. Die CD bietet einen repräsentativen Überblick, der nicht nur Dessaus bewegte Biographie widerspiegelt, sondern auch seine Fähigkeit, stilistisch schillernd die kompositorischen wie ideologischen Strömungen der Zeit in sich aufzunehmen: von spätromantischen Anfängen, über Balladen im populären Ton, Zwölftonkompositionen, bis zu seinen letzten, knapp gehaltenen Liedern.
Werke dieser CD und ihre Interpreten
Ausgewählte Lieder (1917-1974)
Hanna Dóra Sturlodóttir Stella Doufexis
Dietrich Henschel Axel Bauni Details
Two Songs (1934) Hanna
Dóra Sturlodóttir Axel Bauni Details
Fünf Lieder (1955) Hanna
Dóra Sturlodóttir Stella Doufexis Dietrich Henschel
Axel Bauni Details
Zwei Lenz-Lieder (1950) Dietrich
Henschel Axel Bauni Details
Drei Gesänge (1974) Stella
Doufexis Axel Bauni Details
Tierverse (1972/73) Dietrich
Henschel Axel Bauni Details
Drei Lieder für Mezzosopran a cappella (1974)
Stella Doufexis Details
Zwei Heine-Lieder (1976/1978)
Dietrich Henschel Axel Bauni Details
Biographien der Künstler
Die gebürtige Isländerin studierte in Reykjavík und an der Hochschule der Künste Berlin bei Anke Eggers. Sie nahm an vielen Meisterkursen, u. a. bei Aribert Reimann und Dietrich Fischer-Dieskau teil und gewann Preise bei internationalen Gesangswettbewerben. Ein festes Engagement führte sie von 1998-2001 an das Mecklenburgische Landestheater Neustrelitz. Sie gastierte bei den Bad Hersfelder Festspielen, in Schloß Rheinsberg, an der Berliner Komischen Oper, der Oper Bonn, dem Staatstheater Kassel und dem Volkstheater Rostock.
in Frankfurt am Main geboren, studierte an der Berliner Hochschule der Künste bei Prof. Ingrid Figur. Sie absolvierte darüber hinaus Meisterklassen bei Aribert Reimann und Dietrich Fischer-Dieskau und setzt heute ihre Studien bei Anna Reynolds fort. Die Sängerin ist regelmässig Gast auf den renommierten Opernbühnen und Konzertpodien Europas. In Großbritannien gab sie ihr Debüt in der Wigmore Hall im Rahmen der von Graham Johnson ins Leben gerufenen Liederabendreihe „International Songmakers“. Mit Graham Johnson nahm sie Schumann-Lieder für das Label Hyperion auf. Sie gibt Liederabende in allen wichtigen Musikzentren Europas und widmet sich neben dem barocken und klassischen Opern- und Konzertrepertoire auch Projekten zeitgenössischer Musik. In der edition zeitgenössisches lied ist sie mit Liedern von Blacher, Dessau, Fortner und Webern zu hören.
Der gebürtige Berliner erhielt seine Ausbildung bei Hanno Blaschke und in der Meisterklasse von Dietrich Fischer-Dieskau. Seine internationale Karriere wurde eingeleitet durch die kurz aufeinanderfolgenden Produktionen von Henzes "Der Prinz von Homburg" an der Deutschen Oper Berlin und Busonis "Doktor Faustus" an der Opéra National de Lyon, jeweils in den Titelpartien. Er singt heute ein weitgefächertes Repertoire von Monteverdi über Mozart, Wagner und Strauss bis zur Oper des 20sten Jahrhunderts. Seit jeher gilt sein besonderes Interesse dem Lied- und Konzertgesang; seine ständigen Partner am Klavier sind Irwin Gage, Fritz Schwinghammer, Helmut Deutsch und Shinya Okahara, mit dem er regelmäßig Tourneen nach Japan unternimmt. In der edition zeitgenössisches lied ist er mit Liedern von Dessau und Eisler zu hören.
geboren in Ludwigshafen am Rhein, studierte an der Musikhochschule Mannheim/Heidelberg und an der Hochschule der Künste Berlin. Der Besuch der Liedinterpretationskurse bei Dietrich Fischer-Dieskau und Aribert Reimann legte den Grundstein zukünftiger Zusammenarbeit. Axel Baunis spezielles Interesse gilt dem Lied des 20. Jahrhunderts; er hat zahlreiche Liedzyklen und Klavierwerke uraufgeführt. Gemeinsam mit Aribert Reimann gibt er die "edition zeitgenössisches lied" bei ORFEO heraus. Heute leitet er als Professor an der Universität der Künste Berlin eine eigene Liedklasse.