Hanns Eisler (1898-1962)
in Leipzig geboren und in Wien aufgewachsen, war Schüler von Arnold Schönberg und Anton Webern und schrieb zunächst Zwölfton-Kompositionen. Bald entfremdete er sich der Wiener Schule (spürbar in den "Zeitungsausschnitten").Er emigrierte in der Nazi-Zeit in die USA und kehrte nach dem Zweiten Weltkrieg über Prag in die DDR zurück. Als Schöpfer der DDR-Nationalhymmne und als im System fest verankerter Musikfunktionär entwickelte er die Grundlagen "sozialistischer Musik" und stellte sein Schaffen in den Dienst des gesellschaftspolitischen Auftrags sozialistischer Kunst. Das festigte das Bild eines "Staatskomponisten" der DDR. Doch dabei wird übersehen, dass Eislers erste veröffentlichte Kompositionen einen eigenständigen Beitrag zur Wiener Schule bilden. Im amerikanischen Exil schrieb er viele Lieder, die lyrischen Tonfall mit politischer Stellungnahme auf eigenwillige Weise verbinden. Die CD bietet auch einen Einblick in Eislers Frühwerk: v.a. die "Galgenlieder" machen in ihrem noch auf spätromantische Modelle anspielender Vertonung deutlich, in welchem Maße eine (durchaus humorvolle) kritisch-reflektierende Qualität Eislers Musikdenken bereits in jungen Jahren ausgezeichnet hat.
Werke dieser CD und ihre Interpreten
Frühe Lieder Michaela
Kaune Axel Bauni
Details
Galgenlieder Dietrich
Henschel Axel Bauni Details
Zwei Lieder Dietrich
Henschel Axel Bauni Details
Sechs Lieder op. 2 Michaela
Kaune Axel Bauni
Zeitungsausschnitte op. 11 (1925-1927) Michaela
Kaune Axel Bauni
Lustige Ecke Michaela
Kaune Axel Bauni
Hölderlin-Fragmente Dietrich
Henschel Axel Bauni
Anakreontische Fragmente Dietrich
Henschel Axel Bauni
Biographien der Künstler
Die gebürtige Hamburgerin studierte an der Musikhochschule ihrer Heimatstadt bei Annie Schoonus und Judith Beckmann. Sie war 1996 erste Preisträgerin des Bundeswettbewerbes Gesang und errang 1997 ebenfalls den 1. Preis des internationalen Wettbewerbs für Wagner-Stimmen in Straßburg. Es folgte das Engagement an die Deutsche Oper Berlin, wo sie gleich in ihrer ersten Rolle als Nathalie in Henzes "Prinz von Homburg" einen großen Erfolg verbuchen konnte. Seitdem gastiert sie in bedeutenden europäischen Opernhäusern und widmet sich nebenbei engagiert dem Liedgesang.
Der gebürtige Berliner erhielt seine Ausbildung bei Hanno Blaschke und in der Meisterklasse von Dietrich Fischer-Dieskau. Seine internationale Karriere wurde eingeleitet durch die kurz aufeinanderfolgenden Produktionen von Henzes "Der Prinz von Homburg" an der Deutschen Oper Berlin und Busonis "Doktor Faustus" an der Opéra National de Lyon, jeweils in den Titelpartien. Er singt heute ein weitgefächertes Repertoire von Monteverdi über Mozart, Wagner und Strauss bis zur Oper des 20sten Jahrhunderts. Seit jeher gilt sein besonderes Interesse dem Lied- und Konzertgesang; seine ständigen Partner am Klavier sind Irwin Gage, Fritz Schwinghammer, Helmut Deutsch und Shinya Okahara, mit dem er regelmäßig Tourneen nach Japan unternimmt. In der edition zeitgenössisches lied ist er mit Liedern von Dessau und Eisler zu hören.
geboren in Ludwigshafen am Rhein, studierte an der Musikhochschule Mannheim/Heidelberg und an der Hochschule der Künste Berlin. Der Besuch der Liedinterpretationskurse bei Dietrich Fischer-Dieskau und Aribert Reimann legte den Grundstein zukünftiger Zusammenarbeit. Sein spezielles Interesse gilt dem Lied des 20. Jahrhunderts; er hat zahlreiche Liedzyklen und Klavierwerke uraufgeführt. Gemeinsam mit Aribert Reimann gibt er die "edition zeitgenössisches lied" bei ORFEO heraus. Heute leitet er als Professor an der Universität der Künste Berlin eine eigene Liedklasse.