Ernst Krenek Ernst Krenek (1900-1991)

Der Blick auf Lebensdaten und Werk des in Wien geborenen Komponisten untermauert die amerikanische Umschreibung des Künstlers als "one-man history of twentieth-century music". Denn seine über 240 Werke reflektieren die vielfältigen Strömungen des 20. Jahrhunderts, von der ausklingenden Spätromantik zum Expressionismus, über freie Tonalität zu Zwölfton- und Reihentechniken bis hin zur elektronischen Musik. In späten Jahren schlug er eine Brücke zur modalen Musik. Krenek studierte bei Franz Schreker, folgte diesem nach Berlin, wo er Bekanntschaft mit Ferruccio Busoni, Hermann Scherchen, Eduard Erdman und Artur Schnabel schloß, assistierte dem Intendanten Paul Bekker an den Opernhäusern Kassel und Wiesbaden, komponierte und widmete sich ausgiebig literarischen und journalistischen Tätigkeiten. Zurückgekehrt nach Wien trat er in Kontakt mit Alban Berg, Anton Webern und Karl Kraus, dem Herausgeber und Autor der Zeitschrift "Die Fackel", deren Lektüre ihn stark beeinflußte. 1938 emigrierte er in die USA, lehrte als Professor an verschiedenen Universitäten und genoß in der Neuen Welt ein großes Renommee. Er ließ sich in Kalifornien nieder und starb in Palm Springs. In den 80er Jahren besann sich die Stadt Wien auf ihren Sohn, gründete das Ernst-Krenek-Archiv, während die Staatsoper die 1934 politisch verhinderte Uraufführung seiner Oper "Karl V." 1984 erstaufführte.

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Werke dieser CD und ihre Interpreten   

• Durch die Nacht op. 67 (1930/31)  Hanna Dóra Sturludóttir  Isabel Fernholz
Gesänge des späten Jahres op. 71 (1931)  Liat Himmelheber  Axel Bauni

Biographien der Künstler

Hanna Dóra
Sturludóttir Sopran

Die gebürtige Isländerin studierte in Reykjavík und an der Hochschule der Künste Berlin bei Anke Eggers. Sie nahm an vielen Meisterkursen, u. a. bei Aribert Reimann und Dietrich Fischer-Dieskau teil und gewann Preise bei internationalen Gesangswettbewerben. Ein festes Engagement führte sie von 1998-2001 an das Mecklenburgische Landestheater Neustrelitz. Sie gastierte bei den Bad Hersfelder Festspielen, in Schloß Rheinsberg, an der Berliner Komischen Oper, der Oper Bonn, dem Staatstheater Kassel und dem Volkstheater Rostock.

Liat Himmelheber
Mezzosopran

Liat Himmelheber erhielt ihre Ausbildung bei Margarethe von Winterfeldt in Berlin und bei Judith Beckmann an der Hamburger Musikhochschule. Wichtige Impulse für die Liedinterpretation verdankt sie Dietrich Fischer-Dieskau und Aribert Reimann. 1988 gewann sie zusammen mit dem Pianisten Axel Bauni den Preis für moderne Liedgestaltung beim Kulturverband des BDI. In langjährigen Engagements am Gärtnerplatztheater München und am Theater Augsburg sang sie fast alle großen Partien des lyrischen Mezzo-Fachs, wobei sie mit Regisseuren wie Jean-Pierre Ponnelle, Peter Konwitschny, Peter Baumgardt und Brigitte Fassbaender zusammenarbeitete.
Liat Himmelheber trat bei verschiedenen europäischen Festivals auf, u.a. in Donaueschingen, Schleswig-Holstein und Davos, beim Cantiere d'Arte in Montepulciano, den Berliner Festwochen und der Expo 2000. Ihr besonderes Interesse gilt der zeitgenössischen Musik: Sie hat zahlreiche neuere Werke uraufgeführt und für den Rundfunk bzw. auf CD aufgenommen.

Isabel Fernholz
Piano

Die Pianistin wurde in Berlin geboren, studierte an der dortigen Hochschule der Künste bei Klaus Hellwig und besuchte die Liedinterpretationskurse von Aribert Reimann und Dietrich Fischer-Dieskau. Gemeinsam mit Liat Himmelheber gewann sie den Paula-Lindberg-Salomon-Liedwettbewerb der Hochschule der Künste Berlin. Ein Stipendium des DAAD ermöglichte ihr den Besuch der Lied- und Kammermusikkurse bei Leonard Hokanson an der Indiana University in Bloomington. Als freischaffende Pianistin geht sie einer regen Konzerttätigkeit nach, wobei sie sich insbesondere dem zeitgenössischen Repertoire widmet. Mit Liat Himmelheber verbindet sie eine langjährige künstlerische Zusammenarbeit

Axel Bauni
Piano

geboren in Ludwigshafen am Rhein, studierte an der Musikhochschule Mannheim/Heidelberg und an der Hochschule der Künste Berlin. Der Besuch der Liedinterpretationskurse bei Dietrich Fischer-Dieskau und Aribert Reimann legte den Grundstein zukünftiger Zusammenarbeit. Axel Baunis spezielles Interesse gilt dem Lied des 20. Jahrhunderts; er hat zahlreiche Liedzyklen und Klavierwerke uraufgeführt. Gemeinsam mit Aribert Reimann gibt er die "edition zeitgenössisches lied" bei ORFEO heraus. Heute leitet er als Professor an der Universität der Künste Berlin eine eigene Liedklasse.

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