Sergej Prokofjew (1891-1953)
in Sontsowska/Rußland geboren, studierte am Petersburger Konservatorium bei Anatol Ljadow und Nikolaus Tscherepnin. Er war ein faszinierender Pianist, der als Künstlerpersönlichkeit seit der Uraufführung seines skandalumwitterten 2. Klavierkonzerts 1913 als "bad boy" galt. Nach dem erfolgreichen Abschluß seines Studiums reiste er ins westliche Europa, 1918 emigrierte er über Japan in die USA, lebte und konzertierte in den USA und Paris, wurde bei einem Gastspiel in der Sowjetunion von den Funktionären heftig umworben und kehrte 1936 endgültig in die Heimat zurück - ein folgenschwerer Schritt. Denn nun mußte er sich der stalinistischen Kulturdoktrin beugen, wurde wie viele seiner Kollegen gemaßregelt und lebte ein vorwiegend fremdbestimmtes Leben. Prokofjews Lieder setzen nicht nur die starke Tradition der intimen russischen "Romanze" fort ( Achmatova-Lieder op.27 und Puschkin-Romanzen op.73), sondern sind wie "Das hässliche Entlein" op.18 ein originell erweiternder Beitrag zum Genre der Ballade, wie auch die selten zu hörenden Lieder op.23 das satirische Moment deutlich betonen. Prokofjews starke Inspiration durch die Lyrik seiner Zeitgenossen bezeugen die Gedichte op.36: in ihnen findet die Sprachmagie des russischen Symbolismus das feingezeichnete musikalische Pendant.
Werke dieser CD und ihre Interpreten
Fünf Gedichte von Konstantin Bal'mont
op. 36 (1921) Claudia Barainsky Axel
Bauni
Das häßliche Entlein
op. 18 (1914) Claudia Barainsky Axel Bauni
Fünf Lieder ohne Worte
op. 35 (1920) Claudia Barainsky Axel
Bauni
Vier Lieder aus Fünf
Gedichte op. 23 (1915) Claudia Barainsky Axel
Bauni
Fünf Gedichte nach Anna Achmatova op. 27 (1916)
Claudia Barainsky Axel Bauni
Drei Romanzen op. 73 (1936)
Claudia Barainsky Axel Bauni
Biographien der Künstler
wurde in Berlin geboren und studierte Gesang an der dortigen Hochschule der Künste bei Ingrid Figur. Ausserdem belegte sie Meisterkurse bei Dietrich Fischer-Dieskau und Aribert Reimann. Sie gastiert an allen bedeutenden Opern- und Konzerthäusern und ist gefragter Gast in den Zentren zeitgenössischer Musik. So konzertierte sie mit dem Klangforum Wien, dem Ensemble Modern und dem Ensemble Intercontemporain. Ihr grosses Interesse gilt dem Lied. Sie gibt regelmässig Liederabende, die sie mit dem Repertoire des 20. Jahrhunderts bereichert. Zahlreiche Rundfunk-, Film- und CD–Aufnahmen dokumentieren Claudia Barainskys breites künstlerisches Profil. In der edition zeitgenössisches lied ist sie mit Liedern von Prokofjew, Reimann, Szymanowski und Webern zu hören.
geboren in Ludwigshafen am Rhein, studierte an der Musikhochschule Mannheim/Heidelberg und an der Hochschule der Künste Berlin. Der Besuch der Liedinterpretationskurse bei Dietrich Fischer-Dieskau und Aribert Reimann legte den Grundstein zukünftiger Zusammenarbeit. Sein spezielles Interesse gilt dem Lied des 20. Jahrhunderts; er hat zahlreiche Liedzyklen und Klavierwerke uraufgeführt. Gemeinsam mit Aribert Reimann gibt er die "edition zeitgenössisches lied" bei ORFEO heraus. Heute leitet er als Professor an der Universität der Künste Berlin eine eigene Liedklasse.