Karol Szymanowski (1882-1937)
war nicht nur der wichtigste polnische Komponist nach Chopin, sondern v.a.
auch Musiker von europäischem Rang im Übergang zur Moderne. Auf einem
Gut in der heutigen Ukraine geboren, bezog er seine musikalischen Einflüsse
zwar durch seine Ausbildung in Warschau, aber vielmehr noch durch Bildungsreisen
und längere Aufenthalte im Ausland. Die spätere Hinwendung zum polnischen
Kulturkreis (sie wird besonders im Werk seit den 20er Jahren spürbar),
seine Verantwortung für das polnische Musikleben nach dem ersten Weltkrieg
einerseits als auch andererseits der Blick über die nationalen Grenzen
hinaus - stark beeindruckte ihn die kulturelle orientalische Mittelmeerwelt
- war gleichermaßen bestimmend für sein vielfältiges Werk, das
26 Liedzyklen einschließt.
Die auf der CD veröffentlichten Lieder machen diese Pole deutlich: sind bei
den deutschen Lieder aus op.17 noch Einflüsse von Reger und Strauss spürbar,
so bricht sich Szymanowskis sinnliche Ekstatik in den "Liedern der Märchenprinzessin"
Bahn. In den "Liedern des verliebten Muezzins" und der "Märchenprinzessin"
gehen orientalisches Melos mit impressionistischen Elementen eine originelle Verbindung
ein. "Slopiewne" und die "Drei Berceusen" spiegeln eine Hinwendung
zur polnischen (archaischen) Volksmusik und die posthum veröffentlichten
Joyce-Lieder zeugen von Szymanowskis reduziertem Spätstil.
Werke dieser CD und ihre Interpreten
Lieder der Märchenprinzessin Claudia
Barainsky Axel Bauni
Vokalise-Etüde Claudia
Barainsky Axel Bauni
Acht Lieder aus op. 17 (1951)
Claudia Barainsky Axel Bauni
Drei Berceusen Claudia
Barainsky Axel Bauni
Slopiewne op. 46 (1931) Claudia
Barainsky Axel Bauni
Sieben Lieder aus op. 54
(1954) Claudia Barainsky Axel Bauni
Lieder des verliebten Muezzins op. 42 Claudia
Barainsky Axel Bauni
Biographien der Künstler
wurde in Berlin geboren und studierte Gesang an der dortigen Hochschule der Künste bei Ingrid Figur. Ausserdem belegte sie Meisterkurse bei Dietrich Fischer-Dieskau und Aribert Reimann. Sie gastiert an allen bedeutenden Opern- und Konzerthäusern und ist gefragter Gast in den Zentren zeitgenössischer Musik. So konzertierte sie mit dem Klangforum Wien, dem Ensemble Modern und dem Ensemble Intercontemporain. Ihr grosses Interesse gilt dem Lied. Sie gibt regelmässig Liederabende, die sie mit dem Repertoire des 20. Jahrhunderts bereichert. Zahlreiche Rundfunk-, Film- und CD–Aufnahmen dokumentieren Claudia Barainskys breites künstlerisches Profil. In der edition zeitgenössisches lied ist sie mit Liedern von Prokofjew, Reimann, Szymanowski und Webern zu hören.
geboren in Ludwigshafen am Rhein, studierte an der Musikhochschule Mannheim/Heidelberg und an der Hochschule der Künste Berlin. Der Besuch der Liedinterpretationskurse bei Dietrich Fischer-Dieskau und Aribert Reimann legte den Grundstein zukünftiger Zusammenarbeit. Sein spezielles Interesse gilt dem Lied des 20. Jahrhunderts; er hat zahlreiche Liedzyklen und Klavierwerke uraufgeführt. Gemeinsam mit Aribert Reimann gibt er die "edition zeitgenössisches lied" bei ORFEO heraus. Heute leitet er als Professor an der Universität der Künste Berlin eine eigene Liedklasse.